Depression – eine ernste psychische Erkrankung

Wer an einer Depression erkrankt ist, leidet vor allem unter seiner anhaltend niedergeschlagenen Stimmung. Typisch für depressive Patienten ist, dass sie sich aus diesem Stimmungstief oft selbst nicht befreien können. Der Name der Krankheit „Depression“ ist eine Ableitung des lateinischen Begriffs „deprimere“. Das Wort bedeutet „niederdrücken“.Dieses endlose Verharren in einer negativen Sicht und Niedergeschlagenheit unterscheidet die Krankheit Depression von den zeitweisen Empfindungen von Mutlosigkeit, Erschöpfung, Trauer und Enttäuschung. Alle diese Gefühle gehören zu unserem normalen Leben. Psychisch gesunden Menschen gelingt es jedoch, die Situation, aus denen das Stimmungstief resultiert, zu verarbeiten und neuen Lebensmut und Lebensfreude zu entwickeln.

Die möglichen Auslöser für eine Depression

Häufig führen persönliche Lebenskrisen in eine depressive Erkrankung hinein. Die zunehmende Zahl an depressiv erkrankten Menschen hat nach der Meinung vieler Experten jedoch auch ihren Grund in den höheren Anforderungen und dem permanenten Stress im Beruf. Chronischer Stress sorgt für eine erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen, vor allem von Cortisol. Das kann zu Veränderungen in der Persönlichkeit und im Verhalten des Betroffenen führen. Eine weitere Ursache für depressive Phasen können Krankheiten wie beispielsweise Morbus Parkinson, Krebs oder hormonale Defizite durch eine Schilddrüsenunterfunktion sein. Meist jedoch addieren sich die Belastungen, ehe es zu einer manifesten Depression kommt. In vielen Fällen resultiert die Erkrankung aus einem zerstörerischen Zusammenspiel von körperlichen, geistigen und psychosozialen Faktoren. Ob es eine genetische Disposition gibt, die eine oder mehrere depressive Phasen im Leben eines Patienten wahrscheinlicher macht, konnte von der Wissenschaft noch nicht abschließend geklärt werden. Klar ist: Oft wurde die Veranlagung zur Depression im Laufe des Lebens erworben, weil die Verarbeitung von belastenden Ereignissen wie Krankheit, Erfahrungen des Verlustes, familiäre Konflikte und andere Krisensituationen nicht ausreichend erlernt wurde. Unterstützend für den Ausbruch einer Depression kann sein, dass der Betroffene sehr leistungsorientiert und perfektionistisch ist. Können Menschen mit einer solchen Veranlagung die an sich selbst gestellten Erwartungen nicht erfüllen, begegnen sie sich mit einem hohen Maß an Selbstkritik und Selbstverurteilung.

Eine leichte Form der Depression stellt die sogenannte Winterdepression dar. Durch den winterlichen Mangel an Licht und Sonne kann es auch bei ansonsten psychisch gesunden Menschen zu jahreszeitlich bedingten Stimmungsschwankungen kommen.

Die Symptome, die auf eine Depression hinweisen können

Depressive Menschen sind oft müde und sind antriebslos. Sie können sich schlecht auf etwas konzentrieren. Selbst alltägliche Handgriffe fallen den Patienten, die unter einer Depression leiden, unendlich schwer. Sie fühlen sich ausgelaugt und kraftlos. Dinge, die vor der Erkrankung wichtig waren oder Spaß gemacht haben, erscheinen nun vollkommen ohne Bedeutung. Auch zwischenmenschliche Kontakte werden als zu anstrengend empfunden. Der Kranke ist nicht mehr in der Lage, Freude zu empfinden und sich für etwas begeistern zu lassen. Im fortgeschrittenen Stadium einer Depression wird alles infrage gestellt. Das ganze Leben erscheint den Kranken schließlich vollkommen sinn- und hoffnungslos. Die betroffenen Menschen fühlen nur noch eine innere Leere.

Monopolare Depression

In der Medizin wird das Krankheitsbild Depression in unterschiedliche Formen eingeteilt. Eine Mehrheit der Patienten leidet an einer monopolaren oder auch als unipolar bezeichneten Depression. Zu den Hauptsymptomen gehören der Verlust an Energie, die ständigen Selbstzweifel, das Gefühl der inneren Leere und ungerichtete Ängste. In schweren Fällen kann dies zur Selbsttötung führen. Neben den psychischen Symptomen wird eine Depression häufig von Schlafstörungen, Essstörungen bis hin zum vollkommenen Appetitverlust und vermindertem sexuellen Verlangen begleitet. Schwindelattacken und diffuse, im ganzen Körper herumwandernde Schmerzen, für die organisch keine Ursache gefunden werden kann, können ebenfalls zu den körperlichen Begleitsymptomen einer monopolaren Depression gehören.

Manisch-depressive Erkrankung

Eine manisch-depressive Erkrankung wird in der Psychotherapie heute auch als bipolare Depression bezeichnet. Dieses Krankheitsbild ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass verschiedene Phasen und Stimmungslagen sich abwechseln. Während einer depressiven Episode des Krankheitsverlaufes leiden die Patienten an den Symptomen einer monopolaren Depression. Doch die Antriebslosigkeit kann sich bei den Patienten immer wieder in eine manische Phase umwandeln. Dann sind die Patienten

  • euphorisch gestimmt
  • voller Energie
  • voller Mitteilungsbedürfnis
  • fröhlich oder in einer „aufgekratzten“ Stimmungslage

In den manischen Phasen zeigt sich der Patient im vollkommenen Gegensatz zu den depressiven Episoden seiner Krankheit. Er spricht sehr schnell, verhält sich oft nicht angepasst an die aktuelle Situation, plant viele Dinge und handelt oft zu seinem Schaden, weil er seine eigene Leistungskraft vollkommen überschätzt. In der manischen Phase werden vorschnell Verträge abgeschlossen. Häufig kommt es zu einem Kontrollverlust im Umgang mit Geld. Die hoch schäumende Stimmung kann jedoch leicht in Gereiztheit bis hin zu Aggressivität umschlagen. Innerhalb der Manie können Wahnvorstellungen und Sinnestäuschungen auftreten. Bei manisch-depressiven Patienten besteht eine hohe Suizidgefahr.

Die Therapie

Vielen Menschen fällt es schwer, sich einem nahestehenden Menschen, einem Arzt oder einem Psychotherapeuten anzuvertrauern, wenn er unter seelischen Problemen leidet. Bei leichten Formen einer Depression können jedoch bereits einfache Maßnahmen für eine Besserung des Befindens sorgen. Wichtig ist zunächst, dass überhaupt erkannt wird, dass es sich um eine Depression handelt. Bei einer Winterdepression haben sich pflanzliche Medikamente bewährt, die Johanniskraut enthalten. Zu Beginn einer Depression können regelmäßige Bewegung und sportliche Aktivitäten oder Entspannungstherapien für Linderung der seelischen und körperlichen Beeinträchtigungen sorgen. In den meisten Fällen werden jedoch zusätzlich Antidepressiva und Psychotherapie zur Behandlung einzeln oder in Kombination verordnet. Bei schweren Formen der Erkrankung kann auch eine stationäre Behandlung notwendig sein.

Was kann der Patient selbst tun?

Durch die psychotherapeutische Begleitung sollte der Patient erkennen, dass es sich um eine Krankheit handelt, bei der es zu Fehleinschätzungen von Situationen kommen kann. Man kann lernen, mit Krisen umzugehen und sie zu bewältigen. Wenn diese Erkenntnis verinnerlicht wird, kann der Betroffene schon bald wieder ein Gefühl der Kompetenz für sich und die ihn umgebenden Umstände entwickeln. Erfolgserlebnisse können angeregt werden, wenn die Bereitschaft besteht, neue Dinge zu erlernen. Besonders kreative Fähigkeiten sollten gefördert werden. Hobbys helfen, Leerlauf im Leben zu vermeiden. Dabei sollte es sich um eine Herzensangelegenheit handeln, etwas, was man schon immer einmal lernen oder machen wollte. Das stärkt die Seele und macht zufrieden.

Für alle Dinge, die zu erledigen sind, sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Menschen können sich ganz bewusst selbst überfordern, wenn sie zu viele Aktivitäten in einen Tag hineinpacken.

Bewegung wirkt sich nicht nur positiv auf den Körper aus, sondern auch auf die Seele. Wer sich regelmäßig bewegt, erhält eine höhere Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit in allen Lebenslagen. Durch die körperliche Anstrengung schüttet der Organismus Endorphine aus. Dabei handelt es sich um sogenannte „Glückshormone“, die der Entstehung von Depressionen den Boden entziehen.