Burnout-Syndrom

Ein Burnout-Syndrom kann jeden treffen, den gestressten Manager, den einfachen Arbeiter, besonders Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in sozialen Berufen aber auch Hausfrauen und inzwischen bereits Schulkinder. Dahinter verbirgt sich ein andauernder Erschöpfungszustand, der durch ständige Überforderung entsteht. Jeder Mensch hat eine individuelle Grenze, bis zu der er Belastungen gleich welcher Art ertragen kann. Wird diese Grenze ignoriert, können Körper und Seele leiden.

Wie äußert sich ein Burnout-Syndrom

Burnout beschreibt einen körperlichen Zustand des „ausgebrannt“ seins. Eine vom Burnout-Syndrom betroffene Person ist geistig, emotional und auch körperlich erschöpft. Seine Leistungsfähigkeit ist zum Teil nachhaltig eingeschränkt – bis hin zum völligen Zusammenbruch mit den Folgen einer lang anhaltenden Arbeitsunfähigkeit. Ein Burnout-Syndrom ist nicht zu verwechseln mit einem vorübergehenden und kurzzeitigen Leistungstief. Die meisten kennen das Gefühl: nach einer beruflich und/oder familiär anstrengenden Zeit kann man oft auch gesundheitlich etwas angeschlagen sein. In diesem Fall hilft Ruhe und vielleicht ein paar Tage Urlaub um zur alten Form zurückzufinden.

Vom Burnout-Symptom Betroffene fühlen sich dauernd müde und matt. Es fällt ihnen oft schwer, morgens überhaupt aufzustehen. Gleichzeitig sind sie aber innerlich angespannt, unruhig und reizbar, gelegentlich sogar aggressiv. Hinzu können viele verschiedene Symptome kommen, wie Kopfschmerzen, Magen-Darmprobleme, Schlafstörungen, Angstzustände, Herzbeschwerden, ihnen ist schwindelig, manche bekommen einen Hörsturz.
Betroffene meinen, sich in einem ständigen Kampf zu befinden. Es ist ein Kampf gegen zu hohe Anforderungen bzw. gegen ihre eigenen Grenzen. Das Burnout-Syndrom ist häufig mit Depressionen verbunden.

Wie entsteht ein Burnout-Syndrom

Am Anfang steht die Begeisterung für eine Sache oder Aufgabe, man hat tolle Ideen und kniet sich voll in die zu bewältigenden Dinge hinein. Anschließend kommt eine Phase, in der man im Falle der Überforderung erkennen muss, dass sich nicht alles umsetzen lässt. Oft engagiert man sich jedoch noch mehr und beginnt, eigene Bedürfnisse zu vernachlässigen. Kommt man auch so nicht weiter, kann zusätzlich schnell Frust einsetzen und der Betroffene fängt bis zu einem Punkt an zu kämpfen, an dem er nur noch funktioniert und den Charakterzügen einer Maschine gleicht. In diesem Stadium können erste Symptome auftreten, die mit einer Suche nach Ersatzbefriedigung einhergehen, nach Trost – beispielsweise durch erhöhten Kaffee- oder Zigarettenkonsum – durch Süßigkeiten. Um dem Leben noch etwas Positives abgewinnen zu können, kann Alkohol- oder Drogenkonsum bzw. die Suche nach dem besonderen Kick folgen.

Schließlich kommt die Erkenntnis überhaupt nichts mehr geregelt zu bekommen und der Mensch bricht zusammen.
In diesem Stadium lässt sich ein Burnout-Syndrom kaum noch von einer Depression unterscheiden. Probleme, die zunächst in einzelnen Lebensbereichen auftraten, sind all umfassend geworden, gar Suizidgedanken können auftreten. Die Entwicklung bis dahin kann mehrere Jahre dauern. Von dieser Erkrankung Betroffene brauchen deshalb frühzeitig professionelle Hilfe.

Ursachen für ein Burnout-Syndrom

Die Ursachen für die Entstehung eines Burnout-Syndroms beruhen zum einen auf der Persönlichkeitsstruktur und den inneren Wünschen und Ängsten des Betroffenen, seine Lebensumstände, insbesondere die Arbeitsbedingungen und wie diese beiden Komponenten ineinander greifen. Hier ein Beispiel:

Angenommen, sie haben Angst davor, den Erwartungen zum Beispiel Ihres Arbeitgebers nicht zu genügen. Sie arbeiten aber in einem Umfeld, in dem die Anforderungen bzw. die Arbeitsbelastung sehr hoch ist und Sie bekommen niemals ein Feedback, geschweige denn eine Anerkennung. Sie wissen also nicht, ob oder dass Sie die Erwartungen Ihres Arbeitgebers erfüllen. Sie sind unsicher und strengen sich besonders an, arbeiten möglicherweise bis zur Erschöpfung – und schon kann ein Burnout-Syndrom die Folge sein.

Gefahren für ein Burnout-Syndrom bestehen unter anderem bei einer hohen Arbeitsbelastung, verbunden mit Stress oder mangelnden Ressourcen; bei einer stark ausgeprägten Konfrontation mit Problemen zum Beispiel mit Schülern, Kunden, Klienten etc. Wenn zu hohe Erwartungen gestellt werden und wenig positives Feedback erfolgt. Unsicherheit um den Arbeitsplatz ist sehr belastend, ebenso Wechselschichten und eine starke Beeinträchtigung des Privatlebens durch den Arbeitsalltag oder einen geringen Verdienst, verbunden mit finanziellen Nöten.

Welche Schutzmaßnahmen gibt es

Jeder Mensch, der Anzeichen einer Überforderung an sich bemerkt, sollte zunächst prüfen, ob er sich durch seine eigene Erwartungshaltung überfordert oder ob er den Anforderungen seines Umfeldes nicht mehr gewachsen ist. Menschen, die sich in erster Linie über ihren beruflichen Erfolg definieren, sind besonders gefährdet. Hier kann eine Änderung notwendig sein. Sie müssen zunächst über eine Entlastung nachdenken bzw. mit ihrem Vorgesetzten und gegebenenfalls dem Betriebsarzt sprechen.

Gegen den körperlichen Erschöpfungszustand kann eine vitalstoffreiche Ernährung helfen. Entspannungsübungen, Sport und viel Bewegung an der frischen Luft können zur Verbesserung der seelischen Situation beitragen. Das sind aber nur erste unterstützende Maßnahmen, die bei einer länger anhaltenden Erkrankung nicht mehr zur Genesung beitragen können.

Wann ist eine Therapie erforderlich

Anders als bei körperlichen Beschwerden gibt es bei seelischen Problemen keine Grenze, ab der professionelle Hilfe erforderlich ist. Der Leidensdruck kann so groß werden, dass über eine Selbsttötung nachgedacht wird. Darum brauchen vom Burnout-Syndrom Betroffene professionelle Hilfe, möglicherweise eine Therapie im Rahmen einer Psychotherapie!
Therapeutische Hilfe sollte in Anspruch genommen werden, wenn Symptome länger als vier Wochen bestehen, wenn die betroffene Person ihren alltäglichen Pflichten nicht mehr nachkommen kann oder wenn Alkohol oder andere Suchtmittel konsumiert werden.