Borreliose

Die für viele mit einem Zeckenbiss in Verbindung gebrachte Borreliose steht für verschiedene Infektionskrankheiten. Meist wird sie durch den Holzbock, der sich in die Artenvielfalt der Zecken einreiht, übertragen. Bei einer Infektion können sich Bakterien aus der Gruppe der Borrelien durch den Blutkreislauf im gesamten Körper ausbreiten und so klinische Symptome auslösen. Das Bakterium Borellia burgdorferi kann sich auf jedes Organ des Körpers auswirken.

Welche Ausprägungen von Borreliose gibt es?

Eine Borreliose-Infektion sicher zu erkennen, gestaltet sich oft schwierig: Denn unter ihren hervorgerufenen Anzeichen reihen sich eine Vielzahl an Symptomen ein, die auch für andere Erkrankungen sehr typisch sind. Auch die vorgenommene Einteilung der Borreliose-Infektion in drei Stadien muss nicht immer leitführend sein: Denn häufig sind Krankheitsverläufe von Borreliose zu erkennen, die ein atypisches Verhalten aufweisen und beispielsweise ein ganzes Stadium der Infektionskrankheit überspringen. Auch die Reihenfolge, in der die bis zu drei Stadien auftreten, müssen nicht immer identisch sein.

Was ist der Unterschied zwischen Lyme-Borreliose und der Neuroborreliose?

Spricht man von einer Neuroborreliose, geht man davon aus, dass sich die Erreger auch auf das Nervensystem ausgebreitet haben. Sie kann also auch als Manifestationsform der Lyme-Borreliose bezeichnet werden.

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Allgemeine Symptome einer Borreliose-Infektion

Aufgrund der Vielzahl und Vieldeutigkeit der allgemeinen Symptome, besteht die Gefahr der vorschnellen Diagnose einer Borreliose-Infektion. Gerade da Symptome wie..

  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Fieber
  • Nachtschweiß

…auch mit anderen Ursachen in Verbindung gebracht werden können, ist es wichtig, den Rat eines fachkundigen Arztes hinzuziehen. So können beispielsweise anhand eines Bluttestes mögliche Erreger näher bestimmt werden. Während des ersten Stadiums können diese Bluttests jedoch noch negativ verlaufen, da die produzierten Borrelien-Antikörper im frühen Stadium meist noch nicht nachgewiesen werden können.

Das erste Stadium

Als häufiges Symptom ist während des ersten Stadiums der Borreliose-Infektion die Wanderröte zu erkennen. Darunter versteht man eine Hautrötung, die sich meist kreisförmig um die Stelle des Zeckenbisses bildet. Die in der Fachsprache als Erythema migrans bezeichnete Hautverfärbung wird durch eine Abwehrreaktion des Immunsystems hervorgerufen. Auch treten im ersten Stadium unter anderem häufig grippeähnliche Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit und Müdigkeit oder Muskel- und Gliederschmerzen auf. Schwellungen der Lymphknoten sowie Schweißausbrüche und Konzentrationsprobleme können ebenfalls ein Hinweis sein.

Das zweite Stadium

Im zweiten Stadium der Borreliose breiten sich die Erreger über das Blut auf verschiedene Organe des Körpers aus. Greifen die Erreger dabei das Hirn an, kommt es zur Neuroborreliose, die neben einer Hirnhautentzündung auch Nervenlähmungen im Gesichts- und Halsbereich zur Folge haben kann. Die Symptome, die sich im zweiten Stadium zeigen, sind dabei stark von den Bereichen abhängig, die von den Erregern befallen wurden. Je nach Ausbreitung können auch Herz oder Gelenke beeinträchtigt sein. Eine Entzündung des Herzmuskels oder Schwellungen von Gelenken können die Folge sein. Weitere, bereits beobachtete Symptome im zweiten Stadium sind:

  • Entzündungen der Nerven
  • Lähmungserscheinungen
  • Gefühlsverlust in bestimmten Hautbereichen

Das dritte Stadium

Das dritte und letzte Stadium der Borreliose-Erkrankung kann auch erst Monate oder Jahre nach der eigentlichen Infektion auftreten. Es hat chronische Ausprägungen und kann vor allem die Gelenke, die Haut und das Nervensystem betreffen. Bekannt ist in diesem Stadium vor allem die Lyme-Arthritis, die eine Sonderform der bakteriellen Gelenkentzündung darstellt. Die Lyme-Arthritis kann sich entweder auf ein einzelnes Gelenk – meist das Kniegelenk – auswirken, oder aber auch mehrere Gelenke befallen, die mit chronisch-entzündlichen Gelenkergüssen behaftet sein können. Weiterhin kann es seltener zu Veränderungen der Haut kommen, die bedingt durch ACA (Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer) anschwellen und sich in Blautönen verfärben kann.

Besonders im dritten Stadium können weitere Symptome mit Langzeitfolgen auftreten, die sich unter anderem auf das Herz oder das Gehirn auswirken können. Zögern sie – sollten Sie sich einer möglichen Infektion nicht sicher sein – deshalb nicht einen Spezialisten zu kontaktieren bzw. sich in ärztliche Behandlung zu geben.