Lungenentzündung

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 500.000 Menschen an einer Lungenentzündung (Pneumonie). Die Mortalität liegt bei 20.000 Menschen. Eine Lungenentzündung ist eine durch Bakterien, Pilze oder Viren ausgelöste Infektion. Teilweise äußert sie sich äußerst harmlos, wird zu spät erkannt und kann dann einen tödlichen Verlauf nehmen.

Eine Volkskrankheit – manchmal mit tödlichem Ausgang

Lungenentzündungen zählen zu den am häufigsten tödlich verlaufenden Infektionen. Sie kommen vergleichsweise häufig vor und ähneln in ihrem Ausmaß dem Schlaganfall oder dem Herzinfarkt. Das Risiko eines schweren Verlaufs bei einer Lungenentzündung steigt proportional mit dem Alter an. Ein Viertel der Erkrankten ab 90 Jahren stirbt an den Folgen einer Pneumonie, vor allem, wenn das Immunsystem bereits geschwächt ist. Auch bereits vorliegende Gunderkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder eine Nierenfunkionsstörung können sich ungünstig auswirken und eine Pneumonie fördern.

Meist bakteriell bedingt

Ursächlich ist meist eine Infektion der Lungenbläschen mit Bakterien. Seltener sind Viren, Parasiten oder Pilze beteiligt. Auch Schadstoffe, allergische Erkrankungen und eine Strahlenbelastung, begünstigen die Entstehung einer Lungenentzündung.

Die Diagnose der Lungenentzündung richtet sich nach den Symptomen der Erkrankung. Zwei Formen der Pneumonie werden unterschieden:

  • die bakteriell bedingte sowie
  •  die nicht bakteriell bedingte Lungenentzündung.

Beide Formen sind infektiös, in der Symptomatik allerdings verschieden.

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Der Krankheitsverlauf – nicht immer eindeutig

Krankheitsanzeichen sind nicht immer charakteristisch. Typischerweise treten Symptome wie Schüttelfrost, hohes Fieber, Herzrasen und eine gesteigerte Atemfrequenz bei einer bakteriell bedingten infektiösen Lungenentzündung auf. Auch sehr unspezifische Symptome wie allgemeine Schlappheit, Nachtschweiß oder Appetitlosigkeit sind nicht unüblich.

Verursacht wird die Pneumonie in der Regel durch Pneumokokken oder Streptokokken. Die Atmung ist flach. Der Patient leidet unter einem starken Hustenreiz und Auswurf. Das Sputum ist eitrig, gelb oder grün. Blutbeimengungen sind nicht selten. Sie zeigen sich in einer rötlich braunen Verfärbung. Das Allgemeinbefinden des Patienten ist bei der bakteriell bedingten Pneumonie schlecht. Die nicht bakteriell bedingte Lungenentzündung zeigt einen schleichenden Beginn. Leichtes Fieber kann auftreten. Schüttelfrost bleibt aus.

Gewissheit durch verschiedene Methoden

Bei der Anamnese fallen typische Schilderungen auf, die die Vermutung auf eine Lungenentzündung nahelegen. Für die Diagnostik stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung:

  • Röntgen
  • Blutbild
  • Auskultation

Röntgenbilder dienen als eindeutiger Nachweis einer Pneumonie. Weisen sie Verschattungen auf, liegen Entzündungen vor. Beide Formen der Lungenentzündung sowohl die typische als auch die atypische zeigen Veränderungen, die im Röntgenbild durch eine helle Struktur auffallen, wo eine dunkle erwartet würde.

Ob eine Entzündung vorliegt, lässt sich ebenfalls anhand des Blutbildes beurteilen. Die Erreger lassen sich mit bestimmten Parametern eingrenzen. Beim Vorliegen einer Leukozytose (pro Milliliter Blut ein Wert von 10.000 Leukozyten oder mehr) liegt eine bakterielle Infektion vor. Die Blutkörpersenkungsgeschwindigkeit ist außerdem stark beschleunigt. Dies weist auf eine Entzündung hin.

Bei der atypisch nicht bakteriell bedingten Lungenentzündung tritt keine Leukozytose auf. Die Werte im Blutbild liegen im Normalbereich. Erst im späteren Stadium der Lungenentzündung tritt häufig eine Lymphozytose auf. Die Vermehrung der Lymphozyten ist für eine virale Infektion typisch.

Außerdem wird bei dem Verdacht einer Atemwegserkrankung die Lunge vom Arzt mit dem Stethoskop abgehört. Spezifische Atemgeräusche geben darüber Aufschluss, ob Schleim auf der Lunge liegt. Bei der typischen Lungenentzündung tritt bei der Einatmung Knisterrasseln auf. Bronchialatmen und Rasselgeräusche kommen im späteren Stadium dazu. Die atypische Lungenentzündung weist bei der Auskultation lediglich Rasselgeräusche auf.

Nachweis durch bildgebende Verfahren

Bei schweren Krankheitsverläufen können weitere Untersuchungen erfolgen. Für die Bestimmung des Erregers kann eine Speichelprobe untersucht oder Bronchialsekret entnommen werden. Zum Nachweis von Flüssigkeitsansammlungen zwischen Brustkorb und Lunge können bildgebende Verfahren wie Computertomographie oder Magnetresonanztomographie eingesetzt oder ein Ultraschall angefertigt werden.

Verabreichung von Antibiotikum notwendig

Zur gezielten Bekämpfung der Krankheitserreger ist eine Basistherapie mit Antibiotika notwendig. Meist lässt sich die Erkrankung so gut behandeln. Medikamente, die hustendämpfend wirken und Codein enthalten, können ebenfalls verabreicht, fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente zusätzlich gegeben werden. In schweren Fällen wird Sauerstoff über eine Nasensonde zugeführt. Je schwächer der Zustand eines Patienten ist, desto größer ist das Risiko von Atemversagen.

Zu späte Erkennung – Komplikationen möglich

Wird eine Lungenentzündung nicht rechtzeitig erkannt, drohen Herzprobleme, Blutvergiftung oder Atemversagen. Sowohl ein Lungenabszess mit reichlich Auswurf, der übel riecht als auch ein Lungenbrand sind möglich, wenn Fäulniserreger auftreten. Auch heftiges Erbrechen und starke Magenkrämpfe können Zeichen einer Lungenentzündung sein. Sollten derartige Symptome auftreten, ist ein Facharzt aufzusuchen.

Im Herbst und Winter treten Pneumonien gehäuft auf

Ältere Menschen und durch Vorerkrankungen geschwächte Patienten sind besonders gefährdet. Eine Bronchitis kann bei einem geschwächten Immunsystem zu einer Lungenentzündung führen. Vorbeugend sind körperliche Aktivitäten sowie eine gesunde Lebensführung wesentlich. Die Lungenentzündung wird durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Die Ansteckungsgefahr ist groß. Der Kontakt mit Erkrankten ist zu vermeiden.

Schutz ist möglich

Eine einmalige Pneumokokken-Impfung wird seitens Ärzten vor allem Männern und Frauen ab 60 Jahren empfohlen. Die Infektionsgefahr wird dadurch gesenkt oder der Krankheitsverlauf zumindest gemildert. Als präventive Maßnahme ist auch eine Grippeschutzimpfung geeignet. Oft wird der Organismus eines Menschen durch den Grippevirus geschwächt, der zum Auslöser für eine Erkrankung wird. Krankheitserreger, die sonst vom Immunsystem in Schach gehalten werden, können sich so vermehren und das Gewebe der Lunge angreifen.

Unser Tipp

Bei einer Lungenentzündung können sich unter anderem die folgenden Medikamente als hilfreich erweisen: